Profil mit Rahmen

wittgensteiner


Wittgensteiner Livejournal

Ein Wittgensteiner (Roland Treude) auf Abwegen


Garagenfirma?
Profil mit Rahmen
wittgensteiner
Muss ich mir so den Beginn von Apple oder Hewlett Packard vorstellen?
Komme des öfteren an einer solchen Garage vorbei, in der jemand bei geöffnetem Garagentor an seinem Laptop arbeitet.
Muss dabei an den Beginn so vieler großer Konzerne denken, die ihren Ursprung in der Garage hatten.
Ob da so Großes entsteht?


Beamtenbeleidigung?
Profil mit Rahmen
wittgensteiner
Bin heute Abend im Dunklen auf dem Rad von einem an mir vorbeifahrenden Wagen nass gespritzt worden, weil dieser durch eine Pfütze fuhr.
Mir rutschte spontan heraus: "Du Arsch!" - denn die beiden Beine waren bis zu den Knien nass gespritzt worden.
Als der Wagen dann endlich an mir vorbei war, musste ich zu meinem Erschrecken feststellen, dass das eine Polizeiwagen war.
War das jetzt eine Beamtenbeleidigung?

VITA TO GO? → Lebenslauf?
Profil mit Rahmen
wittgensteiner
In der Düsseldorfer U-Bahn-Station Heinrich-Heine-Allee diesen bald öffnenden Laden gefunden.
VITA TO GO: Wird so das Leben zum Gehen zu einer neuen Variante des Lebenslaufs (Vita)?

◄Philosophie | Religion ►: 70 % auf Alles
Profil mit Rahmen
wittgensteiner
Heute zufällig im Buchhaus Stern-Verlag in Düsseldorf gewesen.
Ich musste mit totalem Erschrecken feststellen, dass diese zum 31.03.2016 schließt und alles abverkauft. Hier ein Bericht vom Börsenblatt.
Die Philosophie und Religion waren schon leer gekauft, bei "70 % auf Alles".
Dass es "links" zur Philosophie und "rechts" zur Religion geht, ist bestimmt nicht politisch zu sehen, denn aus der entgegengesetzten Richtung ist es genau umgekehrt. Aber dass dann 70 % auf Alles, auf die Philosophie und die Religion gegeben wird, ...

Nagel, der auf Düsseldorf trifft
Profil mit Rahmen
wittgensteiner
Hier trifft wohl eher der Nagel auf Düsseldorf als dass der Nagel auf den Kopf getroffen wird?


Friedhof: Kein Einstieg?
Profil mit Rahmen
wittgensteiner
Beim Longericher Friedhof dieses Schild der Straßenbahn gesehen:

Es stellte sich mir die Frage, ob es zum Longericher Friedhof nur einen Ausstieg gibt?
Oder wird das zum Abstieg?
Auch ein Aufstieg wäre denkbar, vorausgesetzt, die Himmelfahrt würde stattfinden.


Mahan Esfahani: Steve Reich 'Piano Phase': "What are you afraid of"
Profil mit Rahmen
wittgensteiner
Heute in einem Cembalo-Konzert von Mahan Esfahani gewesen:

Mahan Esfahani Cembalo
Concerto Köln

Johann Sebastian Bach
Chromatische Fantasie und Fuge d-Moll BWV 903 (1714/1730) für Klavier

Fred Frith
Episodes (2007) für Barockensemble

Johann Sebastian Bach
Konzert für Cembalo, Streicher und Basso continuo d-Moll BWV 1052

Pause

Henryk Mikołaj Górecki
Konzert für Cembalo (oder Klavier) und Streicher op. 40 (1980)

Steve Reich
Piano Phase (1967) für zwei Klaviere oder Marimbaphone
Piano Phase wird gespielt in einer Version für Cembalo und Tonband

Carl Philipp Emanuel Bach
Konzert für Cembalo und Streicher d-Moll Wq 23 (1745–48)
http://www.koelner-philharmonie.de/veranstaltung/115506/

Besonders heute ich mich auf Fred Frith, Henryk Mikolaj Gorecki und Steve Reich gefreut.

Nach der Pause wurde zuerst Goreckis Konzert für Cembalo vorgetragen. Für mich dann typisch Gorecki. Ich stelle es mir äußerst schwer zu spielen vor.

Danach ergriff Mahan Esfahani ein Mikrofon, um auf Englisch zu erläutern, was es mit Piano Phase von Steve Reich auf sich habe.
Als er die Noten gesehen habe, habe er es so empfunden, als müsste er gegen sich selbst spielen.
So erklärte er, warum ein Tonband das eine Cembalo abspielte, während er dazu spielen wollte.
Dazu bat er uns, uns 2 Blätter vorzustellen, auf denen jeweils die Zahlenfolgen 1, 2, 3, 4, ... aufgetragen seien.
Nur würde dann das zweite Blatt nicht bei 1, sondern bei 2 beginne, um im nächsten Durchlauf bei 3 des ersten Blattes zu beginnen, und wiederum im nächsten Durchlauf eine Ziffer höher, der 4 des ersten Blattes.
Auch verglich er diese Musik auch mit Computermusik.

Schließlich setzte er sich einen Kopfhörer auf und startete den früher eingespielten Teil von Piano Phase, um mit 1 auf 2 sein Livespiel dazu zu spielen.

Es war faszinierend, mit welcher Präzision er zeitversetzt das zweite Spiel zum ersten Spiel einfügen konnte, wie zwei Zahnräder eines Uhrwerkes, die ineinander greifen, das eine das andere antreibt und dabei doch unterschiedlich schnell laufen. Beeindruckend, die ein zusätzlicher Rhythmus und eine zusätzliche Melodie in der Interferenz dieser beiden Parts sich entwickelte, zurück entwickelte und auch neue Facetten dabei zeigte.

Leider wurde das Publikum dabei immer unruhiger. Als ob diese Musik den Hustenreiz des sowieso schon hustenden und schnupfenden Auditoriums auslösen würde.
Doch es war nicht nur das Husten und Schnupfen, das immer stärker wurde, sondern auch noch das Sprechen.
Irgendwann fingen die ersten an zu klatschen, dass Mahan Esfahani zu spielen aufhören solle.
Zunächst blieb er unbeeindruckt und spielten mit der Präzision eines Uhrwerkes weiter.
Meine erste Assoziation war, dass er die Unruhe im Auditorium nicht mitbekommen habe, weil er den Kopfhörer aufgesetzt hat.

Ein paar Takte später setzte er das Spiel ab, nahm den Kopfhörer herunter und schnappte sich das Mikrofon:
"What are you afraid of?" fragte er uns.
Er käme aus einem Land, in dem Musik so nicht vorgetragen werden dürfe.

Dieser Part von Steve Reich Piano Phase wurde dann von ihm abgebrochen. Teile das Auditorium war ja lautstark empört, störten das Spiel.

Zuvor hatte ich hinter mir abonnierte Bildungsbürger gehört, die sich beschwert haben, dass Mahan Esfahani auf Englisch die Einführung in Steve Reich Piano Phase gegeben habe. Wir seien in Deutschland.
Einen vergleichbaren Wortlaut habe ich dann auch draußen im Foyer noch einmal gehört. Er hätte das auf Deutsch erklären und ansonsten einen Dolmetscher engagieren sollen.

Bin immer noch fassungslos, was da in der Philharmonie mit den Abonnenten des Bildungsbürgertums abging.
Ich hätte nie gedacht, dass in einem "klassischen" Konzert sich das Publikum derart pöbelhaft verhalten würde.

Ok, mir ist sehr wohl bewusst, dass Musik nicht nur die Stimmung, sondern auch das Verhalten von Menschen beeinflussen kann.
Doch dass Piano Phase von Steve Reich derart provoziert, hätte ich nie und nimmer erwartet, schon gar nicht von den (vermeintlich) kulturell interessieren.
Ich habe Steve Reich doch schon selbst in der Philharmonie hören können und wir, das Publikum waren begeistert.

Was ist das nur für eine Zeit, in der sich immer mehr nur enthemmt verhalten?
Wo bleibt die Zurückhaltung?
Wo bleibt die Neugier auf Neues?
Wo sind die wirklich interessierten geblieben?
Bricht da jetzt der Ungeist wieder aus uns hervor?

Lügenpresser pressen Lügenpresse
Profil mit Rahmen
wittgensteiner
Lügenpresse
Lügenpresser
Lügenpresser pressen
Lügenpresser pressen Lügen
Lügenpresser pressen Lügenpresse
Lügenpresser pressen
dass Presse(n) lügen
das Pressen
der Lügenpresser
lügt

Eco: welch ein Verlust
Profil mit Rahmen
wittgensteiner
Ich kenne zwar nicht die ganze Literatur von Umberto Eco, doch das, was ich gelesen habe, hat mich immer beeindruckt.

Erst im Dezember 2010 hat er in der Frankfurter Rundschau noch davon gesagt: „Ich will nicht unter Berlusconi sterben“

Das hat er ja geschafft, doch bedaure ich seinen Tod sehr.

Auch hier haben wir wieder eine Grenze der Interpretation, wie er sie in "Die Grenzen der Interpretation. Aus dem Ital. v. Günter Memmert, München, Wien: Hanser 1992" darstellt:

Einleitung

Zu Beginn seines Mercury, Or the Secret and Swift Messenger, 1641, erzählt John Wilkins folgende Geschichte:

Wie seltsam diese Kunst der Schrift bei ihrer ersten Erfindung erschienen sein mag, können uns jene vor kurzem entdeckten Amerikaner klarmachen, die sich darüber wunderten, daß die Menschen mit den Büchern redeten, und denen es schwerfiel zu glauben, daß das Papier reden könne...

Es gibt dazu eine schöne Geschichte über einen indischen Sklaven, den sein Herr mit einem Korb Feigen und einem Brief losschickte und der auf dem Weg einen großen Teil dieser Feigen verspeiste und den Rest der Person übergab, für die sie bestimmt waren; diese beschuldigte, als sie den Brief empfing und nicht die darin angegebene Menge Feigen fand, den Sklaven, sie gegessen zu haben, und teilte ihm mit, was der Brief gegen ihn ausgesagt hatte. Aber der Inder leugnete (trotz dieses Beweises) rundheraus die Tatsache und beschimpfte den Brief als einen falschen und lügenhaften Zeugen. Als er später wieder mit einer gleichartigen Last losgeschickt wurde und mit einem Brief, in dem stand, wie viele Feigen er abliefern sollte, aß er wiederum, wie beim erstenmal, auf dem Weg einen großen Teil der Feigen. Doch bevor er sie anrührte, nahm er (um jede mögliche Anklage zu verhindern) den Brief, versteckte ihn unter einem Stein und beruhigte sich mit dem Gedanken, daß dieser, wenn er ihn beim Essen der Feigen nicht gesehen habe, auch nicht davon erzählen könne; als er sich aber dieses Mal noch härter als vorher angeklagt sah, gestand er seine Schuld und versprach für die Zukunft die größte Zuverlässigkeit bei jedem Auftrag (3. Aufl. London, Nicholson, 1707, SS. 3-4)

Diese Stelle bei Wilkins klingt ganz gewiß anders als viele Stellen bei modernen Autoren, die die Schrift als bestes Beispiel für Semiose auffassen und jeden geschriebenen (oder gesprochenen) Test als eine Maschine, die eine „unendliche Abdrift des Sinnes“ produziert. Diese modernen Theorien erheben gegen Wilkins indirekt den Einwand, daß ein Text, sobald er von seinem Absender (und dessen Intentionen) und von den konkreten Umständen seiner Emission (und folglich auch von seinem intendierten Referenten) losgelöst sei, sozusagen in einem unendlichen Raum möglicher Interpretationen umhertreibe. Kein Text könne folglich gemäß der Utopie eines definiten, originalen und finalen autorisierten Sinnes interpretiert werden. Die Sprache sage immer mehr als ihr unzugänglicher wörtlicher Sinn, der schon vom Beginn der Emission des Textes an verloren sei.
Haben wir da heute nicht inzwischen wieder ein Rückschritt gemacht, dass wir die Texte nicht mehr lesen und verstehen können, während wir uns an Bildern, ob bewegt oder unbewegt, an diesen ergötzen - ohne wie wirklichen Hintergründe und Verhältnisse mehr erkennen zu können

Buchhandlung: Nahost Mafia Terrorismus USA
Profil mit Rahmen
wittgensteiner
In einer Buchhandlung kürzlich diese Zusammenstellung gefunden:
        Nahost                Mafia                 Terrorismus                                                  USA
Ein Schelm, wer da einen Zusammenhang erkennen will!


?

Log in

No account? Create an account