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Wittgensteiner Livejournal

Ein Wittgensteiner (Roland Treude) auf Abwegen


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30 km/h eine Zumutung und Unvermögen
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Fahre fast täglich mit dem Rad eine schmale Straße, in welcher die zulässige Geschwindigkt auf 30 km/h beschränkt ist.
Die Straße ich schmal und eng, so dass zwei sich begegnende Autos jeweils äußerst rechts an den Fahrbahnrand fahren müssen, um sich nicht zu touchieren. Dass dann der Fahrbahnrand unbefestigt ist, sollte vielleicht auch noch erwähnt sein.

Mit reiner Muskelkraft schaffe ich es so gut wie nie, diese 30 km/h zu erreichen - so jedenfalls mein Fahrrad-Computer. Wenn allerdings die Windverhältnisse gut sind, das heißt: kein Gegenwind sondern vielleicht sogar Rückenwind, komme ich oftmals an diese 30 km/h deutlich heran.

Ich werde dann allerdings zumeist immer noch mit signifikant höherer Geschwindigkeit überholt - oftmals mit Unterschreitung des Sicherheitsabstandes.

Mir kommt dann immer der Gedanke, dass doch die 30 km/h eine Zumutung sind. Ich schaffe es mit dem Rad kaum diese Geschwindigkeit zu erreichen und die Autofahrer schaffen es kaum, so langsam zu fahren.

Ferner nötige ich als Radfahrer die Autofahrer, für die ich ja wohl per se eine Behinderung bin, mit überhöhter Geschwindigkeit zu fahren, weil sie mich ja unbedingt überholen müssen.

Schließlich denkt es mir dann auch noch, dass es ein Unvermögen der Autofahrer ist, so langsam mit ihren Vehikeln zu fahren. Denn das fordert Feingefühl in den Füssen und setzt ein äußerst differenziertes Gasgeben voraus. Nicht das digitale Null oder Eins: Kein Gas oder Vollgas, sind hier gefragt. Und dazu scheinen sie in ihren Machomobilen nicht in der Lage zu sein. Als ob deren nach außen gestellte Potenz zugleich zu einem Unvermögen wird.